Beschreibung
Die Erfindung des gedruckten Buches stellt eine der tiefgreifendsten Entwicklungen der Frühen Neuzeit dar. Innerhalb von fünfzig Jahren nach dem Druck der Gutenberg-Bibel in Mainz um 1455 befanden sich bereits Millionen von Büchern in Umlauf. Aufgrund ihrer vergleichsweise günstigen Herstellungskosten erreichten sie ein breites Lesepublikum und übten einen nachhaltigen Einfluss auf Gesellschaft und Wirtschaft aus, indem sie Wissen und Ideen verbreiteten, die die Grundlagen des modernen Denkens prägten. Rund eine halbe Million Inkunabeln – Bücher, die vor 1501 gedruckt wurden – sind bis heute erhalten und zeugen in herausragender Weise von der Gesellschaft des späten 15. Jahrhunderts und ihrem Umgang mit dieser revolutionären technologischen Innovation. Die Erforschung der Inkunabeln vertieft unser Verständnis der Geistes- und Kulturgeschichte, unterstützt Bibliotheken und Privatsammlungen bei der Bewahrung und Dokumentation des frühneuzeitlichen Bucherbes und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Weitergabe des internationalen kulturellen Gedächtnisses. Deutschland beherbergt einige der reichsten Sammlungen früh gedruckter Bücher weltweit, darunter die Bibliothek der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die in diesem Band versammelten Beiträge bieten Einblicke in die Inkunabeln in Erlangen sowie in andere deutsche Sammlungen, etwa in Nürnberg und Bamberg. Gemeinsam beleuchten sie historische Kontexte, materielle Aspekte der Buchproduktion und sich wandelnde Ansätze der Katalogisierung und Forschung.


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